Die Freiheit eines Fotografen

Viele Fotografen sehen sich nicht als einfacher Dienstleister, sondern als freischaffender Künstler. In der Tat ist es auch eine Kunst, wenn man in der Lage ist, sehr gute Fotos zu schießen und zu bearbeiten. Und Kunst möchte natürlich nicht eingesperrt werden.

Genau hier kommen wir zu dem eigentlichen Problem. Viele Bildagenturen versuchen ihre Fotografen mit fragwürdigen Verträgen zu „knebeln“. Das bedeutet, sobald ein Fotograf sich für eine bestimmte Bildagentur entschieden hat, so darf dieser Fotograf keine andere Bildagentur mehr beliefern oder gar noch Auftragsarbeiten annehmen. Es gibt sogar Bildagenturen im Word Wide Web, die Fotografen vertraglich so sehr an sich binden, dass man schon fast von Sklaverei sprechen könnte.

Ein Fotograf möchte in den meisten Fällen doch nur seine Passion ausleben und sich künstlerisch betätigen. Freie Zeiteinteilung, freie Motivwahl, Freiheit bei der Gestaltung und Nachbearbeitung seiner Bilder – warum also sich dann fest bei einer Bildagentur binden?

Ein selbstständiger Fotograf und Künstler liebt seine Freiheit und würde diese verständlicherweise nur ungern aufgeben. Viele Bildagenturen versuchen allerdings die Fotografen vertraglich an sich zu binden. Das sind dann sozusagen kostenlose Mitarbeiter der Bildagentur. Die Bildagentur freut sich über jeden so „gebundenen“ Fotografen, der Fotograf selber ist meistens weniger davon begeistert.

Doch viele Fotografen besitzen die gleichen Probleme wie jeder Selbstständiger. Sie müssen darauf achten, dass zumindest etwas Geld hereinkommt. Und meistens gehen dann diese Fotografen solche Knebelverträge ein, in der Hoffnung, wenigstens etwas Geld damit verdienen zu können. Das ist ein fataler Irrtum!

Kein Fotograf sollte sich vertraglich an eine Bildagentur binden lassen, denn wozu? Im Internet gibt es genügend Bildagenturen, die ihren Fotografen alle Freiheiten der Welt lassen. Letzteres ist auch eher eine win-win Situation; schließlich leistet ein zufriedener Fotograf bessere Arbeit als ein unglücklicher Fotograf.

Trotzdem versuchen nach wie vor einige Bildagenturen, ihre Fotografen mit interessanten Angeboten zu ködern, um diese dann vertraglich langfristig binden zu können. Davon kann generell nur abgeraten werden, zumal die Auswahl an Bildagenturen im Internet jetzt nicht gerade klein ist. Die AGBs jeder Bildagentur sollte man immer aufmerksam studiert haben. Dieser einmalige Zeitaufwand ist sehr wichtig, um danach nicht böse überrascht zu werden.

Daher der Ratschlag: Binden Sie sich nicht vertraglich an eine Bildagentur. Seriöse Bildagenturen lassen dem Fotografen diese Freiheit. So kann der Fotograf weiterhin Auftragsarbeiten annehmen oder seine Bilder bei verschiedenen Bildagenturen lizenzfrei verkaufen.

Nicht verwechseln sollte man die vertragliche Bindung mit dem Verkauf von Exklusivrechten. Bildagenturen, die sich auf den Verkauf von Bildern mit Exklusivrechten spezialisiert haben, binden nicht den Fotografen sondern das Bild. Das bedeutet, dass das exklusiv angebotene Bild anderweitig nicht schon kommerziell verwendet worden sein darf – sonst nichts. 

Der Fotograf besitzt bei Bildagenturen, welche sich auf den Verkauf von Bildern mit Exklusivrechten spezialisiert haben, nach wie vor alle Freiheiten und kann seiner Tätigkeit ungebunden nachgehen. 

Denn ein guter Fotograf lässt sich nicht vertraglich binden, und wenn doch, dann nur unter seinen Bedingungen.