Foto-Tutorial: Schokoriegel

Foto-Tutorial: Schokoriegel

Vorbereitung und Setup

Als erstes sollte man Schokoriegel mit einer möglichst schönen Oberfläche (Textur) kaufen. Je dunkler die Schokolade, desto schwerer schmilzt sie und desto öfter kann man den Riegel wiederverwenden. Das Trinkglas ist ein normales Glas mit einer Tiefe von rund 15cm. Dieses wurde mit 3,5% Fett Vollmilch gefüllt. Fast bis zum Rand oder bis zum Rand. Man sollte nach dem Füllen warten, bis alle Luftblasen auf der Milch verschwunden sind. Dann entstehen keine störenden Blasen auf den Spritzern. Die Milch, die bei den einzelnen Versuchen rausschwappt, sollte vor einem neuen Versuch nachgefüllt werden. Auch hier wieder warten, bis keine Blasen mehr an der Oberfläche sind. Man ärgert sich sonst über störende Blasen auf einem schönen Spritzer.

Aufbau für´s Schockriegel TutorialDas Glas selbst habe ich auch ein Backblech gestellt, es eignet sich aber jede flache Wanne, die die überschwappende Milch auffängt. Die Kamera wurde mit einem 105er Makro so auf einem Stativ positioniert, dass die Aufnahmeposition leicht schräg von Oben auf das Glas zeigt. Als Hintergrund verwende ich eine matt weiße Plastikplatte. Diese wird mit einem Snoot so angeblitzt, dass die Vignette im Bild entsteht. Der Hintergrund ist etwa einen Meter vom Glas entfernt. Der Blitz für den Hintergrund muss sich schräg hinter dem Glas befinden. Es soll von diesem kein Licht auf das Glas kommen. Dazu wird noch die Styroporplatte, die an dem rechten Blitz lehnt, so gestellt, dass sie das Licht vom Glas fern hält. Also in dem Fall einfach 50 cm weiter nach oben.

Der Linke Blitz blitzt indirekt auf einen Reflektor der schräg über dem Glas positioniert ist. Als Reflektoren verwende ich hier billige Styroporplatten aus dem Baumarkt mit einer Dicke von 1cm. Damit ich diese seitlich klemmen kann, habe ich die Seiten mit Klebeband abgeklebt. Das blanke Styropor würde sonst sofort ausbrechen.

Der dritte Blitz blitzt von schräg vorne auf den Styroporreflektor vor dem Glas. Dieser dient dazu, dass auch Licht von Vorne auf den Riegel, das Glas und die Milchspritzer kommt. Ich empfehle den Lichtsetup so auszuprobieren und erst wenn alles passt – Ausschnitt, Hintergrundverlauf, Helligkeit des Glases und des Riegels, mit den Wurfversuchen anzufangen.

Die Blitze selbst werden mit reduzierter Leistung (1/16) betrieben. Dadurch ergibt sich eine kurze Belichtungszeit von unter 1/8.000sec. Es ginge auch eine Kurzzeitsynchronisation der Blitze zu verwenden, wenn sie diese Technik aber nicht unterstützen, geht das auch mit diesem Verfahren. Die Blitze sind über Pocketwizards mit der Kamera verbunden. Es geht aber auch eine Kabelverbindung oder andere Funkauslöser. Der Raum sollte bei dieser Technik sehr dunkel, wenn geht finster, sein. Bei mir kommt durch die offene Zimmertür gerade so viel Licht, dass ich das Glas mit der Milch schemenhaft sehe und den Riegel reintreffe.

Der Riegel… ich verwende Kinderriegel – sie haben eine schöne Textur und eine gute Form. Wenn man den Riegel nun aus 10 cm Höhe leicht schräg in das Glas fallen lässt und die Kamera per Funkauslöser nach Gefühl auslöst, wird man nach ein paar Versuchen ein recht gutes Timing entwickeln. Man wird aber feststellen, dass der Riegel recht unspektakulär in der Milch eintaucht. Als Abhilfe kann man an der Unterseite eine Münze (2€ oder größer) festkleben. Das ist mit Klebeband etwas Fummelei und man tendiert dazu den Riegel an der „Schokoseite“ die man dann noch auf dem Bild haben will, mit Fingerabdrücken zu verschmutzen oder einfach schon anzuschmelzen. Also weil ich generell eher auf der faulen Seite zu Hause bin, habe ich Plastilin genommen, einen Knödel in gewünschter Größe gemacht, in diesen den Riegel gesteckt und fest herum gedrückt. Durch die Münze oder das Plastilin wird die Eintauchfläche des Riegels größer und dadurch der Milchspritzer breiter.

Lässt man den so präparierten Riegel aus ca. 10cm Höhe vom Glas zur Unterseite des Plastilinknödels gemessen, fallen, erreicht man die schönsten Spritzer. Eine kleinere Höhe erzeugt unscheinbare Spritzer und eine größere, lässt das Glas heftig überschwappen.

Das richtige Timing beim Schockriegel Foto-TutorialTiming – entweder die Kamera auf Maximumspeed stellen und mit 11 Bildern oder so viel sie halt schafft, fotografieren oder gutes Fingerspitzengefühl oder eine Lichtschranke – alle Varianten führen zum Ziel. Wichtig ist es den Riegel schonend seitlich, so dass man die Spuren der Finger nicht so leicht sieht, zu halten. Eine Grillzange zu nehmen oder den Rigel mit Folie zu halten, sind andere Optionen. Mit den blanken Fingern schmilzt man die Schokolade recht rasch. Nach jedem Wurfversuch muss man den Riegel soweit er aus der Milch schauen soll, von Milchtropfen befreien. Dazu verwende ich Pressluft zum Reinigen in Dosen. Einfach abblasen und auf ein Neues. Wichtig beim Fallenlassen ist es, dass die schöne Seite des Riegels nach vorne zur Kamera zeigt. Die Rückseite ist meist unspektakulär und man ärgert sich, wenn man genau dann schöne Spritzer hat.

Ein weiterer Trick, der echt gut hilft, ist, ins Glas einen Deckel eines kleinen Marmeladeglases zu versenken und so einen doppelten Boden zu erzeugen. Unter dem Deckel ist Milch, darüber ist Milch, der Deckel ist weiß – man sieht ihn praktisch nicht. Er soll so positioniert sein, dass der eingetauchte Riegel soweit raussieht, wie man es auf dem fertigen Bild haben will. Dadurch verbessert sich die Trefferqoute und man bekommt im schlechtesten Fall keine guten Spritzer hin.

Die Kamera wird einmal auf das Glas fokussiert. Danach sollte der Fokus auf manuell gestellt und nicht mehr verändert werden.

Foto-Tutorial die Riegel außenrumZu den fallenden Riegeln – dazu empfehle ich am Anfang, wenn der Lichtsetup passt, einfach diesen seitlich ins Bild zu halten und deren Position, Winkel und auch Entfernung zur Kamera zu verändern. Man kann den Riegel auch auf einen kleinen Stab kleben und den danach wegretuschieren. Wichtig ist es hier NICHT neu zu fokussieren und auch nichts an den Belichtungseinstellungen zu ändern, dann einfach einige Bilder (mehr ist hier besser) machen.

Foto-tutorial: Entfernen für den Schokoriegel beachtenDabei auch die Entfernung zur Kamera zu verändern, setzt die Riegel dadurch in einen unscharfen Bereich und macht sie perspektivisch kleiner oder größer. Das sieht am fertigen Bild weniger gekünstelt aus. Hat man einen Riegel vor dem Glas, sollte man auch darauf achten, dass man seinen Schatten bei der Nachbearbeitung nicht entfernt.
Ich empfehle noch ein neutrales Bild vom Glas zu machen.

Foto-Tutorial: Der Schockriegel taucht in die Milch einDie einzelnen Bilder werden in Photoshop oder einer anderen Bildbearbeitungssoftware kombiniert…
Ohne die Riegel schaut das fertige Bild meiner Meinung nach recht langweilig aus.
Bei der Nachbearbeitung sollte man auch die unscharfen kleinen Tropfen wegretuschieren oder durch die neutrale ebene ersetzen.

Adaptierung des Setups

Schokoriegel Foto Low-KeyWill man eine Low Key Silhouette haben braucht man dazu nur die beiden vorderen Blitze deaktivieren und nur den Blitz auf den Hintergrund verwenden. Schaut als Spielerei auch nicht schlecht aus.