Das Beste Foto bringt nichts, wenn es keiner findet. Damit Sie mit Fotos Geld verdienen können, müssen Ihre Fotos erst einmal gefunden werden. Ob auf dem heimischen Rechner oder bei Online Bildagenturen – man möchte die Bilder schnellstens finden. Wie man Ordnung auf seinem Rechner hält, dass sollte jeder PC-Nutzer selbst wissen. Doch wie man Bilder richtig bei Bildagenturen verschlagwortet, dazu kann es eigentlich nicht genügend Tipps geben.

Denn die Praxis beweist, dass leider nur die wenigsten Profifotografen eine richtige Bildbeschreibung beherrschen. Und ebenfalls sind viel zu viele Fotografen der Meinung, je mehr Schlagwörter ihr Bild besitzt, desto besser. Aber genau dieser Gedanke ist kontraproduktiv.

Dazu ein einfaches Beispiel: Wenn Sie (als Kunde) in ein Elektrogeschäft nach einer bestimmten CD suchen, möchten Sie schließlich auch keine Schallplatten oder Hörspielkassetten präsentiert bekommen. Und jetzt stellen Sie sich vor, dass dazu noch 5 Angestellte angerannt kommen und Ihnen zusätzlich auch noch Grammophone, Kabel, Mikrophone und Kassettendecks anbieten.

Kurz gesagt: Sie wären genervt und würden aller Wahrscheinlichkeit nach in einem anderem Elektrogeschäft Ihr Glück erneut versuchen.

Genauso oder so ähnlich geht es Kunden bei Bildagenturen. Diese suchen für ihre Projekte bestimmte Fotos und wollen entsprechend auch nur das Passendste angezeigt bekommen. Und da Zeit bekanntlich Geld ist, besitzen gerade diese Kunden nicht die Nerven, bei Bildagenturen stundenlang nach einem bestimmten Bild zu suchen.

Daher ist jeder Fotograf gut beraten, es bei der Verschlagwortung seiner Bilder mit den Schlagwörtern nicht zu übertreiben. Dazu ein paar Hinweise, auf was es bei der Verschlagwortung von Bildern ankommt:

Wo liegt der Fokus? Beschreiben Sie mit Schlagworten, was Sie hauptsächlich – also auf den ersten Blick – gut sehen bzw. erkennen können. Ein Fotograf weiß gewöhnlich, worauf der Fokus in seinem Bild liegt. Und genau den sollte der Fotograf auch beschreiben.

Was ist im Hintergrund zu erkennen? Nachdem der Fokus in Punkt 1 gut beschrieben worden ist (3-5 Schlagwörter im Normalfall), dürfen noch ein paar Schlagwörter dazukommen, die den „Background“ beschreiben? Gehen Sie auf die Umgebung als auch auf die Witterung ein. Ist im Hintergrund ein Wald, eine Stadt, eine Landschaft, ein Fest oder ein Auto zu erkennen? Regnet es oder scheint die Sonne? Wurde das Bild in der Morgen- oder Abenddämmerung aufgenommen? Und schon hat man seine „Background“-Schlagwörter: Stadt, Regen, Abenddämmerung.

Vermittelt das Bild eine bestimmte Stimmung?

Hier wird es schon etwas schwieriger, denn viele Bilder sind neutral und vermitteln kein Gefühl oder Stimmung beim Betrachten. (z.B. Produktfotografie). In solchen Fällen, kann man diesen Punkt überspringen. 
Anders sieht das schon bei Bildern mit Personen aus. Lachende Kinder, nachdenklicher Mann, eine sich aufregende Frau sind oft festgehaltene Motive. Bei einer Bildbeschreibung wären dann noch zusätzliche Schlagworte wie „lachend“, „nachdenklich“ oder „hysterisch“ angebracht. 
Die deutsche Sprache verwendet eine Vielzahl an Wörtern, um die verschiedensten Emotionen auszudrücken bzw. zu beschreiben. Suchen Sie nicht in Duden nach dem besten Wort, sondern verwenden Sie die Wörter die IHNEN beim Betrachten des Bildes einfallen. 

Wörter wie Freude, Trauer, Angst, Wut, Lachen, Weinen, Ärgern, Belehren sind nur einige Beispiele, die passend sein können.

Oftmals besitzen Fotografen noch die Möglichkeit, zusätzlich zu der Verschlagwortung auch eine Bildbeschreibung in Form von ganzen Sätzen hinzu zu fügen. Falls Sie diese Möglichkeit haben, nutzen Sie diese! Auch wenn es nur einfache Sätze wie „Lachende Mama mit Ihrem Kind“ sind. 
Viele Bildagenturen greifen bei der Suche auf die Wörter in der Beschreibung zurück, was dazu führt, dass Ihr Bild schneller und einfacher gefunden werden kann.

Verwenden Sie nicht zu viele Schlagwörter! Im Normalfall sollten zwischen 5 und 15 Schlagwörter ausreichen, um ein Bild sinnvoll zu beschreiben. Natürlich können es je nach Bild manchmal auch etwas mehr sein, aber spätestens bei dem 30. Schlagwort liegt der Gedanke nahe, dass es sich hierbei um Schlagwort-Spamming handelt. 

Und das mögen Bildagenturen überhaupt nicht. Da viele Agenturen die Bilder der Fotografen manuell überprüfen, fallen solche negativen Fotografen sehr schnell auf. Das hat zur Folge, dass die Bilder solcher Fotografen „besonders“ angesehen werden und ein Redakteur dann gerne mal etwas öfters den Rotstift ansetzt.

Ebenfalls sollte bedacht werden, dass es mittlerweile Bildagenturen mit sehr ausgefeilten Suchwortdatenbanken gibt. Diese addieren zu den vom Fotografen angegebenen Schlagwörtern dann noch automatisch zusätzlich passende Schlagwörter hinzu. Doch diese Technik ist bis jetzt noch nicht weit verbreitet und kann man, wenn überhaupt, nur bei den ganz großen und professionellen Bildagenturen wiederfinden.

Als Fotograf sollte man immer im Hinterkopf haben, dass die Online-Bildagenturen nicht gegen, sondern für den Fotografen arbeiten. Schließlich verdienen die Bildagenturen an dem Verkauf der Bilder mit. Demzufolge ist eine Online-Bildagentur fast schon der beste Freund des Fotografen.

Und beste Freunde sollte man nicht verärgern.