Als Abzug wird eine Kontaktkopie, einer Ausbelichtung oder einer Vergrößerung bezeichnet. Meist entsteht dabei aus einem Film oder einer Datei ein Papierbild. Dieses ist immer eine Kopie vom Original.

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Die Kontaktkopie entsteht dabei in der gleichen Größe wie die ursprüngliche Aufnahme, die Vergrößerung hat ein Vielfaches des Negativs oder Positivs. Das Seitenverhältnis bleibt allerdings gleich. Das übliche Seitenverhältnis liegt bei 3:2 oder in den USA bei 4:5.

Auch bei einer Ausschnittvergrößerung wird das Bild auf ein Papierformat in einer bestimmten Größe übertragen. Jedoch lässt sich diese beliebig festlegen.

Abzüge sind noch immer eine beliebte Präsentationsform, die meist in Alben zusammengestellt werden. Eine andere Form sind Diapräsentationen. Die Original-Diapositive werden dabei mit einem Diaprojektor gezeigt. Im Gegensatz zum Abzug handelt es sich dabei nicht um eine Kopie, sondern um ein Unikat.

Der Prozess

Bei der Entwicklung spielen viele Variablen eine Rolle, denn jede Abweichung kann einen Effekt auf das entstehende Bild haben.

Dabei wird das unsichtbare Bild nach der Belichtung mit einem Vergrößerer auf Film, Papier oder Platte durch chemische Prozesse verstärkt. Dabei werden Chemikalien in wässrigen Lösungen verwendet.

Während Endverbraucher den kompletten Prozess von der Filmentwicklung bis hin zum fertigen Endprodukt als Entwicklung bezeichnen, sehen Fotografen darin meist nur die Fixierung des Aufnahmematerials.

Die Entwicklung eines Schwarzweißfilms kann in einem Heimlabor stattfinden. Bei der Belichtungszeit des Vergrößerers spielt die Erfahrung eine große Rolle. Hier kann man mit verschiedenen Belichtungszeiten, Blenden und den Gradationsfiltern den perfekten Abzug erreichen. Dabei verwendet man entweder Kontrastwandelpapier oder Papier mit festen Gradationen.

Da man für die Entwicklung einen lichtdichten Raum benötigt, wird der Film im Heim-Labor meist in einer Entwicklungsdose entwickelt. Eine Spirale sorgt dabei für den richtigen Zwischenraum und sorgt damit für ein gleichmäßiges Einwirken. Sollten Schalen für größere Abzüge verwendet werden, ist auf eine komplett abgedichtete Dunkelkammer zu achten. Das Entwicklungsbad hat meist eine Temperatur von 18°C bis 20°C und ist basisch. Durch verschiedene Zeiten können Kontrast und Dichte beeinflusst werden.

Dabei ist eine Bewegung der Flüssigkeit notwendig, um eine gleichmäßige Verteilung der Chemikalien sicherzustellen. Bei starker Bewegung und hoher Temperatur verringert sich die Einwirkzeit. Jedoch entsteht eine gröbere Körnung.
Anschließend folgt ein Unterbrechungsbad um die chemischen Prozesse zu stoppen. Das Fixierbad macht das Bild dauerhaft lichtbeständig. Die Klärzeit bezeichnet die Zeit, die ein Bild braucht, bis es klar geworden ist. Eine ausreichende Fixierzeit beträgt meist die zwei- bis dreifache Dauer der Klärzeit. Hat sich die Klärzeit inzwischen verdoppelt, so ist das mehrfach verwendbare Fixierbad erschöpft.

Beim Wässern werden die Reste der Chemikalien entfernt. Dadurch wird der Film bzw. der Abzug stabil. Ein Netzmittelbad kann verwendet werden, um die Oberflächenspannung des Wassers zu verringern und somit Kalkflecken durch Wassertropfen beim Trocknen verhindern. Das Trocknen findet senkrecht in einem staubfreien Raum oder einem Trockenraum statt und kann durch ein Trocknungsbad oder eine Abstreifzange beschleunigt werden.
Das Endprodukt wird anschließend zugeschnitten und kann nun nach Belieben gelagert werden.

Beim Erstellen von Farbabzügen muss die höhere Temperatur von etwa 38°C konstant eingehalten werden. Dabei folgt nach dem Entwickeln und dem Stoppbad das Bleichbad. Ansonsten sind die Prozesse fast identisch.