Shadies – Interview mit Rolf Yasnikovski

Shadies – Interview mit Rolf Yasnikovski

Hallo Rolf (Erfinder von Fotokunst „Shadies“), es freut mich, dass Du Dir für das Interview extra Zeit genommen hast. Du hast die Facebookgruppe und Webseite shadies.eu ins Leben gerufen. Sei doch bitte so lieb und erkläre uns, was es mit dem Begriff „Shadies“ auf sich hat.

Hallo Thomas, ich möchte mich zuerst einmal dafür bedanken, dass Du mir die Gelegenheit zu diesem Gespräch eröffnest. Shadies ist eigentlich recht einfach erklärt: Es handelt sich um Bilder in denen Schatten, Schattenspiele und Silhouetten im Mittelpunkt stehen. Es stellt den Versuch dar, alle diese wunderbaren Motive, die damit verknüpft sind, als eine neue, alte Kunstrichtung zu vereinen.

Mit Schatten und Schattenspielen ist, glaube ich, ganz verständlich für jeden, aber wie sieht es mit Silhouetten aus, bedeutet das, dass nicht nur Aufnahmen mit dem Licht und dem verlaufenden Schatten, sondern auch Gegenlichtaufnahmen zu dieser Kunstrichtung gehören?

Das ist korrekt. Zwar ist der Begriff ursprünglich nur für die Schatten entstanden, aber dazu muss ja das Licht immer hinter uns sein. Und Silhouetten sind ja irgendwie die Verwandten der Schatten. Wobei ich auch betonen muss, dass die Abgrenzung was ein shadie ist und was nicht, keine exakte Wissenschaft ist und die Grenzen manchmal fließend sind.

Nunja, man spricht ja auch von der Schattenseite des Mondes. Also ist dies doch recht nachvollziehbar.

Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, eine Fotokunstrichtung ins Leben zu rufen bzw. wieder zu erwecken?

Shadies Fotokunst

Mit diesem Foto hat alles begonnen.
Künstler: Rolf Yasnikovski

Nun, ich könnte jetzt behaupten, dass mich Schatten schon immer fasziniert haben und ich schon immer ein Faible für künstlerische Fotografie gehabt habe. Aber nö.. Die Geschichte ist eigentlich viel profaner. In meinem letzten Urlaub in diesem Sommer war mir etwas langweilig und ich habe anfangen meinen Schatten zu fotografieren. Dann habe ich ein paar Verrenkungen gemacht und festgestellt, das dies ganz witzig ist. Und plötzlich schoss es mir durch den Kopf: andere machen Selfies, ich mache shadies. Nach meinem Urlaub habe ich dann ins Netz geschaut und festgestellt, wie viel tolle Bilder es zum Thema shadies gibt. Es war wirklich faszinierend, ich habe eine ganz neue Welt entdeckt. Deswegen beschloss ich, das Thema shadies mit mehr künstlerischem Aspekt anzugehen. Und da ich selber nur minimal künstlerisch talentiert bin, wie man ja an meinen eigenen shadies erkennt, habe ich begonnen andere Menschen zu suchen, denen das gefällt und die mehr können als ich. Viel mehr.

Was macht Deiner Meinung nach ein gutes „Shadie“ aus?

Puuhh, das ist eine schwierige Frage. Ich persönlich bin da großer Fan von zwei Künstlerinnen, Carmen Ogaza und Carolin von der Gönna. Aber das sind Kunst-shadies. Es gibt auch unheimlich tolle Natur-shadies. Und manchmal ist weniger mehr. Aber wie immer , wenn es um Kunst geht, gibt es da keine endgültige Antwort. Nur schlechten Geschmack und meinen 😉

Wie ist Dein weiterer Plan, um die Kunstform und den Begriff „Shadies“ zu etablieren und wie können Dir Fotografen dabei helfen, die das Thema Shadies interessiert?

Shadie mit Kinder im Sonnenuntergang

Künstler: Jan Chen.

Ehrlich gesagt, experimentiere ich gerade ein wenig. Der erste Weg war die Homepage www.shadies.eu, die aber noch, vorsichtig formuliert, sehr übersichtlich ist. Dann habe ich in FB eine Fanpage eröffnet, die durchaus Interesse bewirkt hat. Im Moment arbeite ich mit der Gruppe „Shadies, eine neue, alte Kunstform?„. Die Gruppe ist zwar noch klein, wächst aber ziemlich schnell. Was ich dabei besonders toll finde, dass wir schon Mitglieder aus Brasilien, Hongkong, Rumänien und der Schweiz haben. Fotografen können einfach durch schöne Fotos zum Thema helfen. Bilder über Schatten, Schattenspiele und Silhouetten in unserer Gruppe posten. Es entsteht da etwas, vielleicht sogar etwas großes.

Ich spüre dies an der Begeisterung, mit der die Mitglieder der Gruppe bei der Sache sind. Bilder posten, uns zwar richtig tolle, aber auch kommentieren und liken. Die Gruppe geht superhöflich (darauf lege ich auch extremen Wert) miteinander um, und ich denke, sie macht jedem Spaß. Wir haben Hobbyfotografen, aber auch Profis. Ich bin sicher, auf Fotomaps finden sich auch einige tolle shadies.

Na, da haben wir nichts dagegen. Tolle Locations mit Shadies zu präsentieren fände ich sehr interessant und erweitert auch das Spektrum von FotoMaps. Also, wenn Ihr Interesse an der Kunstform „Shadies“ hat, geht auf die Webseite, tretet der Facebookgruppe bei und tauscht Euch mit anderen Usern aus.

Liebe Rolf, herzlichen Dank für das tolle Interview! Wir werden das Thema „Shadies“ auf jeden Fall im Auge behalten und wo es geht auch unterstützen. Mich würde es freuen, wenn wir in der Zukunft nochmal über das Thema sprechen und dann rückblickend auf eine tolle Entwicklung der „Shadies“ blicken können.