Viele Fotografen behaupten, dass die Fotografie eine Kunst sei. Und Kunst liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Das kann man vom Gesetz leider nicht behaupten. Über Kunst kann man vielleicht streiten, über das Gesetz sollte man es nicht, denn das kann richtig teuer werden. 

Damit also ein Fotograf nicht mit dem Gesetz in den Konflikt kommt, wenn dieser ein paar Bilder online bei Bildagenturen verkaufen möchte, sollte dieser sich an einige Regeln halten und noch besser: Manche Gesetze kennen.

Das bekannteste Gesetz ist wohl das KunstUrhG alias das Kunsturheberrecht Gesetz. Der Paragraf § 22 KunstUrhG bestimmt:

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt….“

Das bedeutet, dass jeder Fotograf der ein Model für seine Aufnahmen benutzt, einen Model Release Vertrag mit dem besagtem Model abschließen sollte. Nur so kann sich der Fotograf zu 100 % sicher sein, dass dieser rechtlich gesehen auf der sicheren Seite steht. Nicht selten muss sich das deutsche Gericht mit Fällen beschäftigen, weil ein Model Monate oder sogar Jahre später eine Klage wegen entgangenen Einnahmen einreicht. Oder eine ganze Werbekampagne muss eingestellt werden, weil das Model die vor Jahren aufgenommenen Aufnahmen nicht mehr zur Verfügung stellen möchte und ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sieht. Die finanziellen Konsequenzen sind dann unvorhersehbar.

Das alles kann ein Fotograf vermeiden, in dem er ein Model Release Vertrag vorweisen kann. Das Gegenstück zu einem Model Release Vertrag ist ein Property Release Vertrag. Dieser bezieht sich auf Objekte und erlaubt dem Fotografen, das besagte Objekt fotografieren zu dürfen. Mit einem Property Release Vertrag kann der Fotograf dann seine Bilder kommerziell nutzen. Dieser Vertrag wird im Normalfall mit dem jeweiligen Eigentümer geschlossen.

Beide Verträge – den Model Release Vertrag, sobald Models für ein Shooting gebraucht werden sowie den Property Release Vertrag, sobald Objekte fotografiert werden, sind von Nöten, damit ein Fotograf unbeschwert seinem Hobby nachgehen kann.

Natürlich gibt es noch jede Menge Ausnahmen und Sonderregeln zu diesem Paragrafen. Daher empfiehlt es sich das Kunsturheberrecht Gesetz Paragraf 22 selbst zu lesen und vor allem zu verstehen. Jeder Fotograf sollte dieses Gesetz kennen und es kann nie verkehrt sein, sich dieses nochmal in Erinnerung zu rufen. Denn wenn in der Alltagshektik mal ein kleiner Fehler passiert, kann dieser in Zukunft sehr teure Folgen haben.